
Black Metal - for life!
Mittwoch, 22. August 2007
Dieses Bild hat Century Media heute vormittag bei MySpace gepostet:

Dieses Bild hat Century Media heute vormittag bei MySpace gepostet:

Neunzig Prozent der polnischen Bevölkerung sind katholisch. Verwundert es da, dass eine der wichtigsten Blackened-Death-Metal-Bands aus Polen kommt?
Wenn es Sie verwundert: Suchen Sie bitte umgehend den CD-Händler Ihres Vertrauens auf, hören Sie „The Apostasy“ und lassen Sie sich inspirieren – denn Behemoth liefern mit ihrem neuen Album ein Lehrstück in Sachen blasphemischer Brutalität ab (wenn Sie der eingangs genannte Fakt nicht verwundert, haben Sie sich das Album eh längst gekauft).
Schon der Opener „Slaying The Prophets Ov Isa“ macht unmissverständlich klar, welche Marschrichtung Behemoth sowohl musikalisch als auch lyrisch einschlagen. Wahnsinnig vertrackte Blastbeats und originelles Riffing pürieren einem schlichtweg das Gehirn zwischen den Ohren. Mit einer beeindruckenden technischen Versiertheit geht es auch in den folgenden Songs „Prometherion“ und „At The Left Hand Ov God“ weiter, letztgenannter glänzt mit einem Gitarrensolo fernab jeglicher harmonischer Konventionen.
Überhaupt kann sich die Gitarrenarbeit auf diesem Album wirklich sehen lassen. Die Riffs sind fast durchgehend originell und modern, nur selten schleichen sich ausgelatschte Harmonien und Black-Sabbath-Tribute-Riffs ein.
Noch einen Zacken schärfer ist das Drumming von Trommeltier Inferno. Was er an seinem Drumkit für Sachen anstellt – Tempiwechsel, schrägste Fill-ins und teilweise sogar polyrhythmisches – ist einfach atemberaubend.
Und obwohl Behemoth mit „The Apostasy“ gnadenlos alles meucheln, was sich ihnen in den Weg stellt, bin ich am Ende doch enttäuscht. Das tolle Riffing hin oder her, über das Drumming lässt sich eh nichts Schlechtes sagen – was fehlt, ist einfach die Atmosphäre. Technische Erhabenheit ist eben nicht alles. Ein paar (mehr gewollt als gekonnt arrangierte) Chöre, hier und da (nicht gerade tight) gedoppelte Screams und die manchmal auftauchenden (zu sehr nach Retorte klingenden) Bläser reichen nicht aus, um das fehlende Stück Atmosphäre zu schaffen.
Nach knapp zehnmaligem Hören konnte ich nichts Neues mehr entdecken. Was bleibt, ist ein sehr hartes Stück Todesmetall. Nicht mehr und nicht weniger.
75 von 100 Punkten.


Klar, Nattfödd war und ist ein sehr gutes Album. Ich habe trotzdem stets lieber Midnattens Widunder und Jaktens Tid gehört und diese Alben gerade wegen ihrer rohen, geradezu naiven Schwärze geliebt. Mittlerweile ist das fünfte Studioalbum Ur Jordens Djup erschienen.
„Aus den Tiefen der Erde“ schienen Finntroll ja schon immer zu kommen, denn anders als andere Bands zerbrachen sie nicht an den vielen Lineup-Wechseln, sondern wurden im Gegenteil immer besser. Zuletzt musste der Rauswurf von Tapio Wilska, den ich noch live als Röcheltroll (und später angetrunken am Autogrammtisch) erlebt habe, kompensiert werden. Gefunden wurde Mathias Lillmåns alias Vreth, im Vergleich zum großen dicken Wilska eine geradezu zerbrechliche Gestalt. Aus zahlreichen Vorabberichten zu Ur Jordens Djup konnte man aber entnehmen, dass Vreth durchaus stand- und trinkfest ist. Und was noch viel wichtiger ist: Seine stimmliche Leistung überzeugt vollends. Darüber hinaus besticht das neue Material durch seine kompositorische Qualität – Schwächen oder gar langatmige Stellen findet man auf Ur Jordens Djup nicht. Das ein oder andere Riff klingt zwar von Jaktens Tid bekannt, manche der Keyboardklänge kann man außerdem getrost als Old School bezeichnen; Selbstkopisten sind Finntroll deswegen aber noch lange nicht. Schon das Intro Gryning zeigt auf, was das ganze Album hält: Alles neu, aber trotzdem klassisch Finntroll – mit schön gruselig-geheimnisvollen orchestralen Klängen, Kriegstrommeln und fordernd einsetzenden Gitarren... Rumms! Und los geht's. Man merkt sofort, wo der neue Weg der Trolle hinführt: Alles ist eine Nummer schwärzer und erhabener als zuvor, darüber liegen die geilsten Keyboardarrangements, die man jemals von Trollhorn gehört hat und natürlich Vreths tiefschwarzes Röcheln, das in der Tat direkt aus der Erde zu kommen scheint. Die Songs gehen eindeutig mehr in Richtung Black Metal als zuletzt, die heiteren und hochprozentigen Melodien fehlen trotzdem nicht – eine Gratwanderung, die sowohl Spaß macht als auch musikalisch interessant ist. Die besten Songs sind meiner Meinung nach Sång, Slagbröder und Maktens Spira (inkl. abgefahrenem Gitarrensolo!) – leider findet sich dazwischen kein Sofort-ins-Gehirn-und-nicht-mehr-raus-Hit wie Trollhammaren, das macht aber auch nix.
Zum Sound der Platte kann man nichts anderes sagen als „Gewaltig!“ – speziell die Gitarren röhren so fett, dass es einem die Rübe abschraubt.
Finntroll zeigen mit Ur Jordens Djup eindrucksvoll, dass sie weit mehr auf der Pfanne haben als fröhliche Trinklieder mit ein bisschen Black Metal im Hintergrund zu rülpsen und festigen damit ihre Königsstellung im Bereich des Pagan/Folk Metal. Doch die Zukunft wird beweisen, dass Finntroll noch mehr können – ihr Meisterwerk steht nach wie vor aus. Bis dahin höre ich aber pausenlos Ur Jordens Djup.
90 von 100 Punkten

Schwarz ist nicht dunkel genug.
Heute gekauft, noch nicht mal zu Ende gehört und schon empfehle ich diese Platte: Antithesis von Secrets Of The Moon.
Dieses Album ist so schwarz, so unglaublich dunkel, kalt und hoffnungslos - es ist Wahnsinn! Der pure Black Metal und trotzdem irgendwie anders... Dieses Album ist so schwarz, es besteht praktisch nur aus Schwarz mit Weißnuancen und einigen Graustufen. Verpackt in einem künstlerisch besonders wertvollen Papp-Digipack kommt die aus schwarzem Plastik gepresste CD daher. Und im Booklet steht der Benutzungshinweis:
Headphones and darkness are highly recommended.
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