
CD-Kritik: Nile - Ithyphallic
Dienstag, 21. August 2007
Von allen bisherigen Neuerscheinungen dieses Jahres habe ich Ithyphallic von Nile am ungeduldigsten herbeigesehnt. Und es hat sich gelohnt.

Von allen bisherigen Neuerscheinungen dieses Jahres habe ich Ithyphallic von Nile am ungeduldigsten herbeigesehnt. Und es hat sich gelohnt.

Neunzig Prozent der polnischen Bevölkerung sind katholisch. Verwundert es da, dass eine der wichtigsten Blackened-Death-Metal-Bands aus Polen kommt?
Wenn es Sie verwundert: Suchen Sie bitte umgehend den CD-Händler Ihres Vertrauens auf, hören Sie „The Apostasy“ und lassen Sie sich inspirieren – denn Behemoth liefern mit ihrem neuen Album ein Lehrstück in Sachen blasphemischer Brutalität ab (wenn Sie der eingangs genannte Fakt nicht verwundert, haben Sie sich das Album eh längst gekauft).
Schon der Opener „Slaying The Prophets Ov Isa“ macht unmissverständlich klar, welche Marschrichtung Behemoth sowohl musikalisch als auch lyrisch einschlagen. Wahnsinnig vertrackte Blastbeats und originelles Riffing pürieren einem schlichtweg das Gehirn zwischen den Ohren. Mit einer beeindruckenden technischen Versiertheit geht es auch in den folgenden Songs „Prometherion“ und „At The Left Hand Ov God“ weiter, letztgenannter glänzt mit einem Gitarrensolo fernab jeglicher harmonischer Konventionen.
Überhaupt kann sich die Gitarrenarbeit auf diesem Album wirklich sehen lassen. Die Riffs sind fast durchgehend originell und modern, nur selten schleichen sich ausgelatschte Harmonien und Black-Sabbath-Tribute-Riffs ein.
Noch einen Zacken schärfer ist das Drumming von Trommeltier Inferno. Was er an seinem Drumkit für Sachen anstellt – Tempiwechsel, schrägste Fill-ins und teilweise sogar polyrhythmisches – ist einfach atemberaubend.
Und obwohl Behemoth mit „The Apostasy“ gnadenlos alles meucheln, was sich ihnen in den Weg stellt, bin ich am Ende doch enttäuscht. Das tolle Riffing hin oder her, über das Drumming lässt sich eh nichts Schlechtes sagen – was fehlt, ist einfach die Atmosphäre. Technische Erhabenheit ist eben nicht alles. Ein paar (mehr gewollt als gekonnt arrangierte) Chöre, hier und da (nicht gerade tight) gedoppelte Screams und die manchmal auftauchenden (zu sehr nach Retorte klingenden) Bläser reichen nicht aus, um das fehlende Stück Atmosphäre zu schaffen.
Nach knapp zehnmaligem Hören konnte ich nichts Neues mehr entdecken. Was bleibt, ist ein sehr hartes Stück Todesmetall. Nicht mehr und nicht weniger.
75 von 100 Punkten.


Der 21. September ist nicht nur mein Geburtstag, sondern in diesem Jahr auch (Un-) Heiligabend, denn dann erscheint Nocturnal, das dritte Album von The Black Dahlia Murder, einer meiner absoluten Lieblingsbands. Neben Ithyphallic von Nile ist Nocturnal das Album, das ich dieses Jahr am sehnlichsten erwarte - ich fange sogar schon an die Tage zu zählen. Noch 82. Und noch 38 Tage, bis The Black Dahlia Murder nach Berlin kommen, um das SO36 zu zerstören (8. August).
Für alle die sich jetzt fragen, was ich an dieser Band so geil finde - hier das Video zu Miasma, dem Titelsong des zweiten Albums:

Ich glaube ja fest daran, dass hinter jedem Musikalbum ein gewisses Konzept steckt. Sicherlich heißt das nicht, dass jedes Album ein Konzeptalbum ist - gewisse lyrische und musikalische Pläne macht sich aber bestimmt jeder Künstler vor einer Veröffentlichung.
So richtig ins Konzept dieses Konzeptglaubens passen Bonustracks gerade nicht. Bisher habe ich auch immer einen großen Bogen um CDs mit Bonustracks resp. die Bonustracks selbst gemacht. Zwar kaufe ich aus Überzeugung von nahezu jedem Album die limitierte Special-Digipack-plus-Bonustracks-anderem-Cover-Making-of-und-noch-viel-mehr-Edition. Aber ganz koscher sind mir Bonustracks doch nicht.
Bis jetzt. Mittlerweile habe ich schon drei Alben gefunden, bei denen die Bonustracks der Special Edition das Sahnehäubchen auf der ohnehin schon salz- und gewürzreichen Suppe darstellen:
Opeth - Ghost Reveries. Der auf der Special Edition enthaltene Bonustrack Soldier Of Fortune, ein Deep-Purple-Cover, ist melodisch-melancholisch und lässt mich jedes Mal in Träumen und Schwelgen verfallen.
Amorphis - Eclipse. Der auf der Digipack-Version enthaltene Bonustrack Stone Woman rockt sowas von tierisch meine Vorliebe für Death Metal und Siebziger-Hard-Rock, dass ich fast immer ein Grinsen beim Bangen habe!
Nile - Annihilation Of The Wicked. Der auf der japanischen Ausgabe enthaltene Bonustrack Sss Haa Set Yoth ist wie steigernde Zusammenfassung des ohnehin großartigen vorangegangenen Albums. Atmosphärisch, technisch wie Hölle und mit einem Gänsehaut erzeugenden Schlussteil.
Fazit: Ich werde auch weiterhin nur die Special Editions kaufen.

If you like to gamble, I tell you how to win.
Jetzt ist es geschehen. Bisher hat mein Autoradio gelegentliche Aussetzer beim Radioempfang gezeigt, doch was es heute getan hat, ging zu weit. Ich wollte die Hammered von Motörhead hören, die ich nach scheinbar unendlich langer Zeit in dem verstaubten CD-Stapel neben dem Küchenradio wiedergefunden habe - und was macht das Scheißradio?! Es spielt die CD nicht.
Hm.
Ok, keine Panik. Zum Test schnell Individual Thought Patterns von Death rein, die hatte ich auch dabei.
Doch nichts.
...
Verfluchtes Scheißradio. Das hätte es in meiner Gegenwart nicht tun dürfen.

As I slither, I slither down your spine, slither!
Vier geile Bands für zwanzig Euro - das gibt es nur im Metal. Kataklysm brachen über Berlin herein, um mit Neaera, Fear My Thoughts und Quo Vadis im Gepäck das K17 in Schutt und Asche zu legen.
Quo Vadis aus Kanada walzten anständig los, und konnten trotz ihres (für Ersthörer) sehr technischen und komplexen Death Metals bereits einiges Köpfe zum Kreisen bringen. Eine anständige Leistung; diese Band sollte man im Auge behalten.
Danach kamen Fear My Thoughts. Die bis unter die Erde gestimmten Gitarren verliehen ihrem eher perkussiven Death Metal den entsprechenden Druck, sodass sich ein erster Moshpit bildete.
Dann Neaera. Ich hatte sie bereits im August 2006 das erste Mal live gesehen, schon damals konnte ich meinen Kopf anschließend drei Tage lang kaum mehr bewegen. Auch dieses Mal fegten sie mit einer ungeheuren Energie über das Publikum hinweg - die ganze Halle tobte. Die Songauswahl war wie gewohnt exquisit (was für Neaera angesichts ihres vor Hits strotzenden Repertoires sicherlich kein Problem darstellt), der Sound klar und deftig und die spielerische Leistung der Band trotz Gastgitarristen (Stefan Keller hat ein Examen zu bestehen) klasse. Einfach nur geil.
Zu guter Letzt Kataklysm.
Tja.
Was soll man dazu nur sagen?
Es war grandios. Gut, Maurizio Iacomo ist in Wirklichkeit fetter als man es von Fotos her vermutet. Und der Beckensatz macht nicht genug Druck. Ansonsten: genial!
Der Gitarrensound wie auf Platte, Max Duhamel trommelt wie ein Uhrwerk, Energie ohne Ende, Hits ohne Unterlass!

Ich habe es sogar geschafft, sowohl zu Benjamin Hilleke (Neaera) "Klasse Gig, Benny!" als auch zu Maurizio Iacomo "Fucking great gig, man!" zu sagen. Und das war es auch.

The sun sets forever over Blackwater Park.
Opeth live im Postbahnhof - seit August freue ich mich schon auf dieses Konzert, so lange hing die Karte deutlich sichtbar an meiner Pinnwand.
Vor einigen Tagen erst wurde das Konzert aus Kapazitätsgründen vom Columbiaclub in den Postbahnhof verlegt. Der um ca. 400 Plätze größere Veranstaltungssaal des Postbahnhofs war sofort ausverkauft. Im Publikum war das zu spüren: kein Platz zum Headbangen.
Nicht so schlimm, denn zu Opeth geht man nicht zum kollektiven Headbangen, sondern um die vielen musikalischen Kleinode, die diese außergewöhnliche Band in nunmehr 16 Jahren geschaffen hat in besonderer Atmosphäre zu genießen. Der Genuss wurde bei diesem Konzert allerdings durch zahlreiche Unzulänglichkeiten seitens des Veranstalters geschmälert...
Beginn sollte um 21 Uhr sein. Als ich etwa um 21:10 Uhr den Konzertsaal betrat, verabschiedete sich gerade die Vorband Amplifier. Schade, die Jungs wollte ich eigentlich sehen. Bei Opeth gab es dann diverse Soundprobleme: Peter Lindgren (Gitarre) und Per Wiberg (Keyboards) waren gar nicht zu hören, obwohl ich ziemlich mittig stand - dafür hallten die Bassdrums derart, dass nicht mal die Scorpions das toppen könnten.
Technisch und musikalisch waren Opeth allerdings über jeden Zweifel erhaben, zeitweise konnte man die Probleme sogar vergessen und ganz in den progressiven Klangwelten der Meister der Melancholie versinken...
In ca. 150 Minuten Konzert kredenzten uns Opeth diese Leckerbissen:
Ghost Of Perdition
When
Bleak
Face Of Melinda
The Night And The Silent Water
The Grand Conjuration
Windowpane
Blackwater Park
Deliverance

With Oden on our side we are victorious!
Hell yeah! Selten so ein verdammt geiles Konzert gesehen. Amon Amarth spielten gestern abend im schon seit Wochen ausverkauften Columbiaclub und bewiesen mit einer energiegeladenen Show, dass sie durchaus auch nebenan in der großen Columbiahalle hätten spielen können. Den Mehrpreis wäre es wert gewesen.
Als erste Band des Abends spielten Týr von den Färöer Inseln. Mit ihrem melodischen Pagan Metal (mit ordentlichen Power Metal-Einflüssen) konnten sie nicht vollends überzeugen, stimmten aber gut in das Wikinger-Feeling des Abends ein.
Danach kamen Wintersun. Und wie sie kamen! Die volle Breite des Viking Black Metal - mit epischen Soli, melodischen Gesängen und finsterstem Gekrächze und dem krassesten Blastbeat-Drumming, das ich seit langem gesehen habe. Drumtier Kai Hahto holzte mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit und übermenschlichen Präzision (ich übertreibe nicht!) duch das knapp vierzig-minütige Set, dass einem konstant die Kinnlade unten blieb.
Dann endlich Amon Amarth.
Ein Feuerwerk von neuen und alten Hits, ohne Pause, neunzig Minuten lang. Dazu die obligatorische rote Lichtshow und ein (für Columbiaclub-Verhältnisse erstaunlich) glasklarer Sound. Waaahnsinn.
Die Trackliste ließ ebenfalls kaum Wünsche offen: Valhall Awaits Me, Runes To My Memory, Asator, Gods Of War Arise, With Oden On Our Side, Cry Of The Black Birds (von With Oden On Our Side), An Ancient Sign Of Coming Storm, Pursuit Of Vikings, Fate Of Norns (von Fate Of Norns), Death In Fire, Versus The World, Thousand Years Of Oppression (von Versus The World), The Last With Pagan Blood (von The Avenger), Victorious March, Once Sent From The Golden Hall (von Once Sent From The Golden Hall).
|
November '09 | |||||
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
| 1 | ||||||
| 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |
| 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 |
| 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 |
| 23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 |
| 30 | ||||||