
Black Metal - for life!
Mittwoch, 22. August 2007
Dieses Bild hat Century Media heute vormittag bei MySpace gepostet:

Dieses Bild hat Century Media heute vormittag bei MySpace gepostet:

Von allen bisherigen Neuerscheinungen dieses Jahres habe ich Ithyphallic von Nile am ungeduldigsten herbeigesehnt. Und es hat sich gelohnt.

Neunzig Prozent der polnischen Bevölkerung sind katholisch. Verwundert es da, dass eine der wichtigsten Blackened-Death-Metal-Bands aus Polen kommt?
Wenn es Sie verwundert: Suchen Sie bitte umgehend den CD-Händler Ihres Vertrauens auf, hören Sie „The Apostasy“ und lassen Sie sich inspirieren – denn Behemoth liefern mit ihrem neuen Album ein Lehrstück in Sachen blasphemischer Brutalität ab (wenn Sie der eingangs genannte Fakt nicht verwundert, haben Sie sich das Album eh längst gekauft).
Schon der Opener „Slaying The Prophets Ov Isa“ macht unmissverständlich klar, welche Marschrichtung Behemoth sowohl musikalisch als auch lyrisch einschlagen. Wahnsinnig vertrackte Blastbeats und originelles Riffing pürieren einem schlichtweg das Gehirn zwischen den Ohren. Mit einer beeindruckenden technischen Versiertheit geht es auch in den folgenden Songs „Prometherion“ und „At The Left Hand Ov God“ weiter, letztgenannter glänzt mit einem Gitarrensolo fernab jeglicher harmonischer Konventionen.
Überhaupt kann sich die Gitarrenarbeit auf diesem Album wirklich sehen lassen. Die Riffs sind fast durchgehend originell und modern, nur selten schleichen sich ausgelatschte Harmonien und Black-Sabbath-Tribute-Riffs ein.
Noch einen Zacken schärfer ist das Drumming von Trommeltier Inferno. Was er an seinem Drumkit für Sachen anstellt – Tempiwechsel, schrägste Fill-ins und teilweise sogar polyrhythmisches – ist einfach atemberaubend.
Und obwohl Behemoth mit „The Apostasy“ gnadenlos alles meucheln, was sich ihnen in den Weg stellt, bin ich am Ende doch enttäuscht. Das tolle Riffing hin oder her, über das Drumming lässt sich eh nichts Schlechtes sagen – was fehlt, ist einfach die Atmosphäre. Technische Erhabenheit ist eben nicht alles. Ein paar (mehr gewollt als gekonnt arrangierte) Chöre, hier und da (nicht gerade tight) gedoppelte Screams und die manchmal auftauchenden (zu sehr nach Retorte klingenden) Bläser reichen nicht aus, um das fehlende Stück Atmosphäre zu schaffen.
Nach knapp zehnmaligem Hören konnte ich nichts Neues mehr entdecken. Was bleibt, ist ein sehr hartes Stück Todesmetall. Nicht mehr und nicht weniger.
75 von 100 Punkten.


Der 21. September ist nicht nur mein Geburtstag, sondern in diesem Jahr auch (Un-) Heiligabend, denn dann erscheint Nocturnal, das dritte Album von The Black Dahlia Murder, einer meiner absoluten Lieblingsbands. Neben Ithyphallic von Nile ist Nocturnal das Album, das ich dieses Jahr am sehnlichsten erwarte - ich fange sogar schon an die Tage zu zählen. Noch 82. Und noch 38 Tage, bis The Black Dahlia Murder nach Berlin kommen, um das SO36 zu zerstören (8. August).
Für alle die sich jetzt fragen, was ich an dieser Band so geil finde - hier das Video zu Miasma, dem Titelsong des zweiten Albums:

Ich gehöre ja zu der Gruppe Menschen, die ihr weniges sauer verdientes Geld noch regelmäßig für CDs ausgeben. Also keine Rohlinge, sondern bespielte Audio-CDs, so richtig mit Booklet und GEMA-Code. Und nicht nur das: Ich streiche mir auch alle wichtigen Erscheinungsdaten dick im Kalender an, lese Fachpresse und sehne jedes neue Album einer von mir favorisierten Band mit viel Ungeduld herbei.
Der nächste Termin in meinem Kalender ist der 20. Juli – dann erscheint „Ithyphallic“, das neue Album von Nile. In der Zwischenzeit bin ich sogar so ungeduldig geworden, dass ich letzte Woche spontan zum Saturn am Alex gefahren bin und die ganze Heavy-Abteilung durchgestöbert habe. Gekauft habe ich letztendlich „The Varangian Way“, das neue Album von Turisas, erschienen am 15. Juni.
Es stand nicht auf meinem Plan. Ich habe Turisas vor zwei Jahren mal auf dem Earthshaker Fest gesehen, sie waren eine der besten Bands des Festivals. Ich kenne auch „Battle Metal", das Debütalbum der Finnen von 2004 sehr gut. Trotzdem hatte ich den Kauf von „The Varangian Way“ nicht geplant – doch als ich es bei Saturn in Händen hielt, wusste ich instinktiv, dass ich mich nicht im Nachhinein ärgern würde.

„The Varangian Way“ ist eine halbfiktive Handelsroute aus dem 11. Jahrhundert, an deren Stationen sich das Album entlang rockt. Sehr schön ist dieses Konzept auch auf dem Backcover dargestellt: In Form einer Karte Osteuropas, auf der die Songs als Reiseroute angeordnet sind.
Auch musikalisch geht das Album eine abenteuerliche Reise. Der eröffnende Titel „To Holmgard And Beyond“ (als Single erschienen und auf der MySpace-Seite der Band zu hören) beginnt bombastisch mit Posaunen, Doublebass und tollen Chören. In Struktur und Rhythmus erinnert der Song stark an „One More“ vom Debütalbum – durch seine kräftigen Melodien bleibt er sofort im Ohr hängen.
Der zweite Song „A Portage To The Unknown“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Beginnend mit einem knisternden Akkordeon schwenkt der Song schnell in eine tolle Wechselstimmung aus wagnerianischem Refrain und leichten Zwischenparts um. Auch die Melodie dieses Songs bleibt sofort im Ohr hängen – besonders bei Klassikfreunden wie mir, denn ihnen wird auffallen, dass die erste Hälfte des Themas aus Smetanas „Die Moldau“ übernommen ist.
„Cursed Be Iron“ ist der Titel des dritten Songs, passend dazu wird hier waschechter Todesstahl geschmiedet. Der Song kommt fast völlig ohne Chöre und Orchestrierung daher und passt trotzdem hervorragend.
Symphonisch geht es dafür mit „Fields Of Gold“ weiter. Obwohl der Song an sich klasse ist und sich wunderbar in den Rest des Albums einfügt, fällt mit ihm die Spannung und Qualität ein wenig ab. Nach den vorangegangenen drei Übersongs aber auch nicht verwunderlich. „Fields Of Gold“ leitet sozusagen den harmlosen Mittelteil des Albums ein, damit der Hörer zum Ende hin noch genügend konzentriert ist.
Harmlos geht es weiter mit „In The Court Of Jarisleif“, einem kurzen Klezmer-durchtränkten Partysong. Live wird dieser Song bestimmt tierisch abgehen, auf Platte nervt er mich etwas.
Eine ruhige, tröpfelnde Klaviermelodie mit viel Delay, die mich an irgendeine Filmmusik erinnert (Forrest Gump? American Beauty?) leitet „Five Hundred And One“ ein, den für mich besten Song des Albums. Perfekte Dramaturgie, Melodien zum Niederknien und wieder diese Chöre, die einen schlichtweg umhauen. Grandios.
„The Dnieper Rapids“ anschließend schlängelt sich genau so unvorhersehbar dahin wie der namensgebende Fluss, im letzten Drittel gesellt sich sogar eine Hammondorgel dazu. Irgendwie komisch, aber gut.
Die abschließende „Miklagard Overture“ schlägt in Melodie und Struktur wieder einen Bogen zum Eröffnungssong, außerdem fühlt man sich ständig an die besten Momente aus „Battle Metal“ erinnert. In erhabenem Midtempo donnert dieser Song durch die gesamte Stilistik von Turisas, nimmt sogar noch obskure Seventies-Hard-Rock-Elemente mit auf, um sich am Ende in eine dieser Gänsehaut erzeugenden Chorpassagen zu steigern. Bombast pur.
Man merkt „The Varangian Way“ deutlich die drei Jahre Entwicklungszeit an; bildet es doch eine folgerichtige Weiterentwicklung des auf „Battle Metal“ etablierten Stils. „The Varangian Way“ ist dabei sehr viel geschlossener als der Vorgänger, verliert nie den roten Faden und bringt auch wieder die obskuren Jazz-Einflüsse mit, die „Battle Metal“ so charmant machten – freilich ohne solch fürchterliche Momente wie den weiblichen Gesang aus „Midnight Sunrise“ zu wiederholen.
„The Varangian Way“ ist ein tolles Album, das eine fesselnde Atmosphöre verbreitet und für das erst zweite Album einer Band erstaunlich erwachsen klingt. Schade nur, dass es mit 43 Minuten etwas kurz ist.
85 von 100 Punkten.

Ich glaube ja fest daran, dass hinter jedem Musikalbum ein gewisses Konzept steckt. Sicherlich heißt das nicht, dass jedes Album ein Konzeptalbum ist - gewisse lyrische und musikalische Pläne macht sich aber bestimmt jeder Künstler vor einer Veröffentlichung.
So richtig ins Konzept dieses Konzeptglaubens passen Bonustracks gerade nicht. Bisher habe ich auch immer einen großen Bogen um CDs mit Bonustracks resp. die Bonustracks selbst gemacht. Zwar kaufe ich aus Überzeugung von nahezu jedem Album die limitierte Special-Digipack-plus-Bonustracks-anderem-Cover-Making-of-und-noch-viel-mehr-Edition. Aber ganz koscher sind mir Bonustracks doch nicht.
Bis jetzt. Mittlerweile habe ich schon drei Alben gefunden, bei denen die Bonustracks der Special Edition das Sahnehäubchen auf der ohnehin schon salz- und gewürzreichen Suppe darstellen:
Opeth - Ghost Reveries. Der auf der Special Edition enthaltene Bonustrack Soldier Of Fortune, ein Deep-Purple-Cover, ist melodisch-melancholisch und lässt mich jedes Mal in Träumen und Schwelgen verfallen.
Amorphis - Eclipse. Der auf der Digipack-Version enthaltene Bonustrack Stone Woman rockt sowas von tierisch meine Vorliebe für Death Metal und Siebziger-Hard-Rock, dass ich fast immer ein Grinsen beim Bangen habe!
Nile - Annihilation Of The Wicked. Der auf der japanischen Ausgabe enthaltene Bonustrack Sss Haa Set Yoth ist wie steigernde Zusammenfassung des ohnehin großartigen vorangegangenen Albums. Atmosphärisch, technisch wie Hölle und mit einem Gänsehaut erzeugenden Schlussteil.
Fazit: Ich werde auch weiterhin nur die Special Editions kaufen.

Klar, Nattfödd war und ist ein sehr gutes Album. Ich habe trotzdem stets lieber Midnattens Widunder und Jaktens Tid gehört und diese Alben gerade wegen ihrer rohen, geradezu naiven Schwärze geliebt. Mittlerweile ist das fünfte Studioalbum Ur Jordens Djup erschienen.
„Aus den Tiefen der Erde“ schienen Finntroll ja schon immer zu kommen, denn anders als andere Bands zerbrachen sie nicht an den vielen Lineup-Wechseln, sondern wurden im Gegenteil immer besser. Zuletzt musste der Rauswurf von Tapio Wilska, den ich noch live als Röcheltroll (und später angetrunken am Autogrammtisch) erlebt habe, kompensiert werden. Gefunden wurde Mathias Lillmåns alias Vreth, im Vergleich zum großen dicken Wilska eine geradezu zerbrechliche Gestalt. Aus zahlreichen Vorabberichten zu Ur Jordens Djup konnte man aber entnehmen, dass Vreth durchaus stand- und trinkfest ist. Und was noch viel wichtiger ist: Seine stimmliche Leistung überzeugt vollends. Darüber hinaus besticht das neue Material durch seine kompositorische Qualität – Schwächen oder gar langatmige Stellen findet man auf Ur Jordens Djup nicht. Das ein oder andere Riff klingt zwar von Jaktens Tid bekannt, manche der Keyboardklänge kann man außerdem getrost als Old School bezeichnen; Selbstkopisten sind Finntroll deswegen aber noch lange nicht. Schon das Intro Gryning zeigt auf, was das ganze Album hält: Alles neu, aber trotzdem klassisch Finntroll – mit schön gruselig-geheimnisvollen orchestralen Klängen, Kriegstrommeln und fordernd einsetzenden Gitarren... Rumms! Und los geht's. Man merkt sofort, wo der neue Weg der Trolle hinführt: Alles ist eine Nummer schwärzer und erhabener als zuvor, darüber liegen die geilsten Keyboardarrangements, die man jemals von Trollhorn gehört hat und natürlich Vreths tiefschwarzes Röcheln, das in der Tat direkt aus der Erde zu kommen scheint. Die Songs gehen eindeutig mehr in Richtung Black Metal als zuletzt, die heiteren und hochprozentigen Melodien fehlen trotzdem nicht – eine Gratwanderung, die sowohl Spaß macht als auch musikalisch interessant ist. Die besten Songs sind meiner Meinung nach Sång, Slagbröder und Maktens Spira (inkl. abgefahrenem Gitarrensolo!) – leider findet sich dazwischen kein Sofort-ins-Gehirn-und-nicht-mehr-raus-Hit wie Trollhammaren, das macht aber auch nix.
Zum Sound der Platte kann man nichts anderes sagen als „Gewaltig!“ – speziell die Gitarren röhren so fett, dass es einem die Rübe abschraubt.
Finntroll zeigen mit Ur Jordens Djup eindrucksvoll, dass sie weit mehr auf der Pfanne haben als fröhliche Trinklieder mit ein bisschen Black Metal im Hintergrund zu rülpsen und festigen damit ihre Königsstellung im Bereich des Pagan/Folk Metal. Doch die Zukunft wird beweisen, dass Finntroll noch mehr können – ihr Meisterwerk steht nach wie vor aus. Bis dahin höre ich aber pausenlos Ur Jordens Djup.
90 von 100 Punkten

Am 23. März erschien The Blackening, das sechste Studioalbum der Neo-Thrash-Metal-Könige Machine Head. Nach Through The Ashes Of Empires, das mit seinen Wahnsinnssongs noch heute in meinen Gehörgängen klebt und damals sogar meine Tanzmusik liebende Cousine begeisterte, war die Erwartungshaltung entsprechend hoch.
Ich kann nach wie vor noch Descend The Shades Of Night, Days Turn Blue To Gray oder Imperium auf Knopfdruck in meinem Kopf abspielen. Doch nach bisher zehnmaligem Hören von The Blackening ziehe ich die neuen Melodien ganz klar den altbekannten vor. Versteht mich nicht falsch, Through The Ashes war und ist ein fantastisches Album, das in keinem CD-Regal fehlen sollte – The Blackening aber hat eine ganz neue Magie, was zum einen an der Unverbrauchtheit der Songs, zum anderen am Gesamtkonzept des Albums liegt, das mit progressiveren und weitaus längeren Songs daher kommt und somit deutlich mehr Zeit für sich beansprucht.
Wieder einmal ist das Artwork allererste Sahne; stilvoll in schwarzweiß gehalten und mit kupferstichartigen Illustrationen versehen erinnert es ein wenig an das pestgeplagte Mittelalter und ist in dieser Hinsicht sogar noch wirkungsvoller als das Cover von Belphegors Pestapokalypse VI.
Clenching The Fists Of Dissent beginnt mit akustischen Klängen, ein minimalistisches Gitarrenarpeggio, vergleichbar mit dem von Descend The Shades Of Night, wird begleitet von Robb Flynns entfernten Schreien. Es setzt eine Gitarre ein, Dave McClain jagt die Toms entlang (die übrigens herrlich trocken klingen) und peng! geht ein Machine-Head-typisches Thrash-Inferno los; der Effekt ist derselbe wie damals beim ersten Hören von Imperium. Nach zwei schnellen Strophen und ein paar nach Moshpit schreienden Breaks steigert sich der Song zum ersten Höhepunkt des Albums: ein herrliches Solo und doppelte Gitarrenläufe im Anschluss münden in einen Mitgrölpart, der direkt an Metallicas Creeping Death erinnert – Wahnsinn!
Mit Beautiful Mourning folgt der kürzeste und zugleich zugänglichste Song des Albums. Ein kurzes „Fuck you all!“ setzt den Grundstein für klassischen Bay-Area-Thrash, inklusive Double-Bass-Gewitter und simplen, aber tierisch rockenden Riffs – der Song hätte so auch auf Through The Ashes stehen können.
Aesthetics Of Hate schlägt in die gleiche Kerbe und geht von Anfang an schnell und konsequent zur Sache, wenngleich es ab dem Mittelteil etwas komplexer wird. Das geilste ist das trillerlastige Zweiminutensolo, das man anschließend nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Einfach nur geil!
Nach dem doomigen Ende des Songs folgt Now I Lay Thee Down, eine aggressive Ballade mit einer wunderbaren Refrainmelodie. Manchen alteingesessenen Machine-Head-Fans wird das auf den Sack gehen, meiner Meinung nach gibt der Song eine tolle Single ab.
Slanderous drückt danach wieder ordentlich auf die Tube, bleibt aber leider nicht dauerhaft im Gedächtnis hängen. Obwohl der Song gut an Vim von Through The Ashes Of Empires erinnert, fehlt die große Melodie.
Mit einem Groove-Riff, das nicht typischer für Machine Head sein könnte und sofort Lust auf Burn My Eyes weckt, startet der sechste Song Halo. Moshpit, juchhei! So damn fuckin' old school hat man Machine Head schon lange nicht mehr erlebt – bis zum Refrain. Diese Melodie, diese Gitarren! Der Mittelteil bietet ein geradezu maidenesques Gitarrenduell, das einen mit der Zunge schnalzen lässt, danach Moshpart, Groovepart mit Refrainmelodie und das Anfangsriff. In diesem einen Song liegt die Essenz von The Blackening, das beste von Machine Head; dieser Song ist ein Musterbeispiel für gutes Songwriting und trotz Überlänge (neun Minuten) der Überhit des Albums. Unvergleichlich.
Wem das bis jetzt zu viele Melodien und zu viel von Robb Flynns Gesangsstimme war, der sei beruhigt. Wolves packt die Thrash-Keule aus und donnert einem fette Riffs und flinke Doppel-Gitarrenläufe um die Ohren.
Das abschließende A Farewell To Arms startet ähnlich ruhig und atmosphärisch wie seinerzeit Descend The Shades Of Night. Nach einem langen Intro bringen Machine Head dicke Doomriffs, die in ihrer nebligen Schwere an manch guten Moment von Black Sabbath erinnern. Ganz in dieser Stimmung bleibt auch der Refrain, der mit einer kompakten Gitarrenmelodie aufwartet. Nach einer ruhigen Stelle wird aber auch hier noch einmal der Vorschlaghammer ausgepackt – die letzten drei Minuten wirbeln die vorherige Schwere im Nu weg, sorgen damit aber leider auch dafür, dass die schöne Refrainmelodie viele Durchläufe braucht, um sich festzusetzen. In Sachen Ohrwurmcharakter also kein Vergleich mit Descend The Shades Of Night – trotzdem ein exzellenter Albumabschluss, der durch seine offene Struktur Lust auf mehr macht und so dafür sorgt, dass man The Blackening gleich noch einmal hören will.
The Blackening braucht seine Zeit, entwickelt sich dann aber zu einem unvergesslichen Erlebnis. Through The Ashes Of Empires war großartig, mit The Blackening aber schaffen Machine Head ihr Meisterstück.
95 von 100 Punkten.

As I slither, I slither down your spine, slither!
Vier geile Bands für zwanzig Euro - das gibt es nur im Metal. Kataklysm brachen über Berlin herein, um mit Neaera, Fear My Thoughts und Quo Vadis im Gepäck das K17 in Schutt und Asche zu legen.
Quo Vadis aus Kanada walzten anständig los, und konnten trotz ihres (für Ersthörer) sehr technischen und komplexen Death Metals bereits einiges Köpfe zum Kreisen bringen. Eine anständige Leistung; diese Band sollte man im Auge behalten.
Danach kamen Fear My Thoughts. Die bis unter die Erde gestimmten Gitarren verliehen ihrem eher perkussiven Death Metal den entsprechenden Druck, sodass sich ein erster Moshpit bildete.
Dann Neaera. Ich hatte sie bereits im August 2006 das erste Mal live gesehen, schon damals konnte ich meinen Kopf anschließend drei Tage lang kaum mehr bewegen. Auch dieses Mal fegten sie mit einer ungeheuren Energie über das Publikum hinweg - die ganze Halle tobte. Die Songauswahl war wie gewohnt exquisit (was für Neaera angesichts ihres vor Hits strotzenden Repertoires sicherlich kein Problem darstellt), der Sound klar und deftig und die spielerische Leistung der Band trotz Gastgitarristen (Stefan Keller hat ein Examen zu bestehen) klasse. Einfach nur geil.
Zu guter Letzt Kataklysm.
Tja.
Was soll man dazu nur sagen?
Es war grandios. Gut, Maurizio Iacomo ist in Wirklichkeit fetter als man es von Fotos her vermutet. Und der Beckensatz macht nicht genug Druck. Ansonsten: genial!
Der Gitarrensound wie auf Platte, Max Duhamel trommelt wie ein Uhrwerk, Energie ohne Ende, Hits ohne Unterlass!

Ich habe es sogar geschafft, sowohl zu Benjamin Hilleke (Neaera) "Klasse Gig, Benny!" als auch zu Maurizio Iacomo "Fucking great gig, man!" zu sagen. Und das war es auch.

The sun sets forever over Blackwater Park.
Opeth live im Postbahnhof - seit August freue ich mich schon auf dieses Konzert, so lange hing die Karte deutlich sichtbar an meiner Pinnwand.
Vor einigen Tagen erst wurde das Konzert aus Kapazitätsgründen vom Columbiaclub in den Postbahnhof verlegt. Der um ca. 400 Plätze größere Veranstaltungssaal des Postbahnhofs war sofort ausverkauft. Im Publikum war das zu spüren: kein Platz zum Headbangen.
Nicht so schlimm, denn zu Opeth geht man nicht zum kollektiven Headbangen, sondern um die vielen musikalischen Kleinode, die diese außergewöhnliche Band in nunmehr 16 Jahren geschaffen hat in besonderer Atmosphäre zu genießen. Der Genuss wurde bei diesem Konzert allerdings durch zahlreiche Unzulänglichkeiten seitens des Veranstalters geschmälert...
Beginn sollte um 21 Uhr sein. Als ich etwa um 21:10 Uhr den Konzertsaal betrat, verabschiedete sich gerade die Vorband Amplifier. Schade, die Jungs wollte ich eigentlich sehen. Bei Opeth gab es dann diverse Soundprobleme: Peter Lindgren (Gitarre) und Per Wiberg (Keyboards) waren gar nicht zu hören, obwohl ich ziemlich mittig stand - dafür hallten die Bassdrums derart, dass nicht mal die Scorpions das toppen könnten.
Technisch und musikalisch waren Opeth allerdings über jeden Zweifel erhaben, zeitweise konnte man die Probleme sogar vergessen und ganz in den progressiven Klangwelten der Meister der Melancholie versinken...
In ca. 150 Minuten Konzert kredenzten uns Opeth diese Leckerbissen:
Ghost Of Perdition
When
Bleak
Face Of Melinda
The Night And The Silent Water
The Grand Conjuration
Windowpane
Blackwater Park
Deliverance

With Oden on our side we are victorious!
Hell yeah! Selten so ein verdammt geiles Konzert gesehen. Amon Amarth spielten gestern abend im schon seit Wochen ausverkauften Columbiaclub und bewiesen mit einer energiegeladenen Show, dass sie durchaus auch nebenan in der großen Columbiahalle hätten spielen können. Den Mehrpreis wäre es wert gewesen.
Als erste Band des Abends spielten Týr von den Färöer Inseln. Mit ihrem melodischen Pagan Metal (mit ordentlichen Power Metal-Einflüssen) konnten sie nicht vollends überzeugen, stimmten aber gut in das Wikinger-Feeling des Abends ein.
Danach kamen Wintersun. Und wie sie kamen! Die volle Breite des Viking Black Metal - mit epischen Soli, melodischen Gesängen und finsterstem Gekrächze und dem krassesten Blastbeat-Drumming, das ich seit langem gesehen habe. Drumtier Kai Hahto holzte mit einer wahnwitzigen Geschwindigkeit und übermenschlichen Präzision (ich übertreibe nicht!) duch das knapp vierzig-minütige Set, dass einem konstant die Kinnlade unten blieb.
Dann endlich Amon Amarth.
Ein Feuerwerk von neuen und alten Hits, ohne Pause, neunzig Minuten lang. Dazu die obligatorische rote Lichtshow und ein (für Columbiaclub-Verhältnisse erstaunlich) glasklarer Sound. Waaahnsinn.
Die Trackliste ließ ebenfalls kaum Wünsche offen: Valhall Awaits Me, Runes To My Memory, Asator, Gods Of War Arise, With Oden On Our Side, Cry Of The Black Birds (von With Oden On Our Side), An Ancient Sign Of Coming Storm, Pursuit Of Vikings, Fate Of Norns (von Fate Of Norns), Death In Fire, Versus The World, Thousand Years Of Oppression (von Versus The World), The Last With Pagan Blood (von The Avenger), Victorious March, Once Sent From The Golden Hall (von Once Sent From The Golden Hall).

Schwarz ist nicht dunkel genug.
Heute gekauft, noch nicht mal zu Ende gehört und schon empfehle ich diese Platte: Antithesis von Secrets Of The Moon.
Dieses Album ist so schwarz, so unglaublich dunkel, kalt und hoffnungslos - es ist Wahnsinn! Der pure Black Metal und trotzdem irgendwie anders... Dieses Album ist so schwarz, es besteht praktisch nur aus Schwarz mit Weißnuancen und einigen Graustufen. Verpackt in einem künstlerisch besonders wertvollen Papp-Digipack kommt die aus schwarzem Plastik gepresste CD daher. Und im Booklet steht der Benutzungshinweis:
Headphones and darkness are highly recommended.
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