Wann fährt der Neunuhrfünfziger?
Donnerstag, 23. August 2007

Ein Wunder ist geschehen!

"Wann fährt der Neunuhrfünfziger?" vollständig lesen

Schlagwörter für diesen Artikel: , , , ,

 

Rør om
Dienstag, 22. Mai 2007

S1.

Die S-Bahn ist berstend voll. Im Fahrradabteil kann man auch ohne Fahrrad keinen Schritt tun. Alle Fenster sind offen. Viele Leute unterhalten sich, manche lesen Zeitung, ein Kind lacht. Ein junger Mann mit sehr hoch sitzender Baseballmütze und sehr tief hängenden Hosen hört laut Rapmusik, zwei Reihen weiter hört ein anderer laut Rockmusik. Beide starren unauffällig eine junge Frau mit Sonnenbrille und Minirock an.
Eine dicke Frau mit bunten Kleidern feilt seit einer Viertelstunde über der offenen Handtasche an ihren Fingernägeln, ohne Notiz von den anderen Fahrgästen zu nehmen. Dabei kaut sie unablässig Kaugummi und sieht nicht hoch. Als sie fertig ist, verstaut sie die Nagelfeile im dazu gehörigen Etui, zieht eine Tube Handcreme hervor, wischt mit einer flinken Handbewegung die Finger am Rockzipfel ab und beginnt dann sich die Hände einzucremen. Anschließend holt sie einen goldumrandeten Schreibblock und einen Federhalter aus ihrer Tasche und notiert etwas. Zwei Stationen später tauscht sie die Schreibgeräte wieder gegen einen Handspiegel und einen Lippenstift.
An den Türen stehen behemdete Herren. Im Fahrradabteil liest aus Platzmangel niemand Zeitung. Der Blick auf das Mädchen mit der Sonnenbrille ist inzwischen für beide jungen Männer versperrt, stattdessen wirft ein älterer Anzugträger neben ihr in regelmäßigen Abständen tiefe Blicke in ihr Dekolletée.
Es ist sehr warm, einige Leute hocken am Boden. Die dicke Frau holt ein Sudoku-Heft aus ihrer Tasche. Neben ihr war die ganze Zeit ein Platz frei.

Schlagwörter für diesen Artikel: , , , ,

 

Geisterbahn täglich
Dienstag, 3. April 2007

Für mich als Großstadtkind ist es jeden Tag ein schöner Moment, mit der S-Bahn am Flughafen Tempelhof vorbei zu fahren, die weiträumige Grasfläche und die zweifelsohne wunderbare nationalsozialistische Architektur zu bestaunen.


Davon abgesehen ist Ringbahn fahren die Hölle. Heute kam so ein abgebrochener Libanese mit einem Fahrrad rein; er drängte mich in eine Ecke, stellte mir das Fahrrad auf die Füße und setzte sich. Gestern polterten zwei fette Kinder durch den Waggon, sie stanken meterweit nach einer Mischung aus Schweiß, Kacke und Zigarettenasche. Letzte Woche hatte ein Maurerlehrling nichts besseres zu tun, als sich von Schöneberg bis zum Ostkreuz lautstark über alte Omis auszulassen, die ihm den wohlverdienten Sitzplatz streitig machten.


Man erlebt die dollsten Dinger. Zum Beispiel den Bahnhofsvorsteher vom Südkreuz, der eines Morgens folgende Ansage machte: „Eingefahrener Gleis, äh, Gleis Zug 4, eingefahrene Richtung... Ringbahn 41, zurückbleiben bitte!“ - Am Bahnhof Herrmannstraße spazierte neulich eine Taube in den Zug hinein; sie wurde mit einem Fußtritt von einem aufgebrachten alten Herrn wieder heraus geleitet. Und nur zu gern erinnere ich mich an das herrenlose Fahrrad eines Morgens, dem ich nach der Arbeit wieder begegnete.

Schlagwörter für diesen Artikel: , , ,

 

Das praktische Minispray für Bad und WC
Montag, 12. März 2007

Ups! Das stinkt...

Kennt ihr Brise One Touch? Respektive die vielen billigen Plagiate von Rossmann und Schlecker - Duftsprays zum Übertönen des Kackegeruchs auf dem Klo. Die riechen nach Zitrone, Apfel, salziger Meeresluft oder warmem Frühlingswind. Und haben damit auch eine gewaltige Nebenwirkung: Man assoziiert sie immer mit der Toilette.

Heute morgen saß eine Dame mittleren Alters in der S-Bahn, der offensichtlich (oder besser gesagt offenriechbar) das Parfum ausgegangen war. Fünf Meter gegen den Wind stank sie nach Toilette, pardon, nach Zitronen-Duftspray.

Schlagwörter für diesen Artikel: , , , ,